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   Feuerwehrtour für einige Baunataler Feuerwehrleute am Frankfurter Flughafen

Es sollte eine Anerkennung und Dank für all diejenigen in der Feuerwehr Baunatal sein, welche "zusätzliche Arbeit" durch besondere Posten leisten.
Die Arbeit bei der Freiwilligen Feuerwehr Baunatal hat einen hohen Umfang jedes Jahr. Nicht nur in den normalen Einsatz-und Übungsdiensten, Ausbildungsveranstaltungen und sonstigen Veranstaltungen sind alle Mitglieder beträchtlich gefordert. Es gibt aber auch immer noch Leute, die noch ein bisschen Mehr an Arbeit und Verantwortung auf sich nehmen. Sie haben dann Posten als Wehrführer, Gruppenführer, Jugendwarte oder Gerätewarte. Für diesen Mehraufwand wollte sich Bürgermeister Manfred Schaub einmal gesondert bedanken. Er organisierte durch seine politischen Kontakte eine Tour am Flughafen Frankfurt der besonderen Art. Es sollte eine Sonderführung über den Flughafen sein, die sonst nur Politikern zugedacht ist. Aber es sollte natürlich auch dem Interesse der Feuerwehrleute Rechnung tragen. So wurde es eine Tour "Faszination Airport - Feuerwehr Tour" für die Teilnehmer. 

Am späten Freitagvormittag trafen sich die Teilnehmer auf dem Hof der Feuerwehr in Altenbauna, von wo Schaub extra einen Reisebus gechartert hatte. Er selbst konnte leider nicht mitkommen, weil er zeitgleich eine Reise nach Berlin antrat, wo er einen ehrenamtlichen politischen Termin hatte. Zur Abfahrt war er aber da und begrüßte die Teilnehmer und wünschte Allen eine schöne und spannende Tour. Die Getränke und Snacks für Unterwegs sponserte er ebenfalls. 

Nach gut zweistündiger Fahrt erreichte der Bus sein Ziel, Frankfurt Airport, Deutschlands größter und Europas drittgrößter Flughafen. Vom Busparkplatz ging es per pedes durch die Flughafengebäude bis zum Treffpunkt der Tourführungen. Dort bekam Jeder sein Ticket und dann ging es durch eine strenge Sicherheitskontrolle, denn schließlich führte die Tour auf das Vorfeld des Flughafens. Zusätzlich erhielt jeder Teilnehmer eine Sicherheitsweste mit Feuerwehr Tour Bedruckung, die behalten werden durfte.

Mit einem Shuttlebus und dem Tourguide ging es dann auf große Rundfahrt quer über den Flughafen, entlang der Terminals, der Gates und entlang sämtlichen Nebengebäuden und Instandhaltungshallen. Sämtliche Flugzeugtypen konnten aus direkter Nähe betrachtet werden. Be-und Entladevorgänge, wie auch Betankung der Flugriesen konnte ausführlich bestaunt werden. Der Tourguide gab in seinen Erzählungen aber nicht nur Einblick in den regulären Ablauf am Flughafen, sondern auch Infos über sonst eher nicht öffentliche Vorkommnisse und Abläufe. Wissensdurstig ging an dem Tag keiner nach Hause. Ein auch sehr interessanter Anlaufpunkt war die riesige Baustelle für die zwei neuen Terminals, welche in ein paar Jahren den immer weiter steigenden Betrieb am Flughafen abfertigen sollen. Die gesamte Infrastruktur und Logistik wurde hierzu erklärt.
An allen Start-und Landebahnen wurde angehalten und auch dort konnte man Starts-und Landungen mittendrin statt nur dabei erlebt werden. 

Was natürlich nicht fehlen durfte, war der Besuch bei der Flughafenfeuerwehr mit Ihren teilweise 50 Tonnen schweren Löschriesen. Insgesamt verfügt Frankfurt über 4 Feuerwachen verteilt auf dem Gelände. Die Wache 1 ist als einzige für den Gebäudebrandschutz und sonstige Feuerwehraufgaben auf dem Gelände zuständig. Die anderen 3 Wachen sind ausschließlich für die Sicherheit des Flugbetriebs zuständig. 
Die Vorgabe ist in 3 Minuten ab Alarmierung an jedem Ort auf dem Gelände einsatzbereit zu sein. Dies sind die Richtlinien der ICAO für Werkfeuerwehren auf Flughäfen dieser Größenordnung. Schließlich Landen hier die ganz großen Brocken, wie die Boing 747 (Jumbo) und Airbus A380.

Die Gruppe fuhr an allen Feuerwachen vorbei und konnte Diese sehen. Einen längeren Stopp gab es aber dann an der Feuerwache 3. Dort stand ein Werkfeuerwehrmann zur Verfügung, der den gesamten Ablauf und über Einsätze und Technik bei der Flughafenfeuerwehr berichtete.

Es wurde einer der Löschriesen, ein vierachsiges Großflugfeldlöschfahrzeug Typ Z8 herausgefahren und Jeder hatte die Gelegenheit, sich dieses bis ins Detail anzuschauen, sich reinzusetzen und auch jedes noch so fachmännische Technikdetail zu erfahren. Selbst der "Snozzle", so heißt der lange Löscharm wurde ausgefahren und in Betriebsstellung gebracht. 
Man erfuhr auch Besonderheiten über die Technik und Taktik in Frankfurt. So haben die Löschrießen zwar alle die Piercingtools für die Löscharme, wie auch auf anderen Flughäfen zu finden, aber sie werden hier nicht eingesetzt. man kann theoretisch mit Ihnen durch die Flugzeughaut durchstechen und dann über sie Wasser abgeben. Die Praxis hat den Frankfurtern aber gezeigt, dass es passieren kann, dass entweder nur die Außenhaut durchstoßen wird und das Wasser dann bei einem Kabinenbrand effektlos an der Innenwand abprallt oder das ein Passagier durch die Spitze verletzt werden kann. 

Des Weiteren versucht man in Frankfurt eine Passagiermaschine nicht mit den Notrutschen zu evakuieren, sondern mit der eigens vorgehaltenen mobilen Rettungstreppe vorzugehen. Der Vorteil hierbei ist, dass zwei Personen parallel gleichzeitig die Maschine über die Treppe verlassen können und zudem nicht wie bei den Rutschen über die Reibung an dem Stoff Verbrennungen an den Passagieren entstehen können.
Als Erinnerung gab es dann noch bei herrlichen Sonnenschein, aber sehr kalten Temperaturen ein Gruppenbild vor einem Großflugfeldlöschfahrzeug.

Zum Abschluß wurden die Teilnehmer noch von der Fraport AG in einem Restaurant im Flughafen zu einem Essen eingeladen. Danach wurde frisch gestärkt die Heimreise angetreten und das Wochenende eingeläutet.
An dieser Stelle gilt von allen Beteiligten ein ganz besonderer Dank an Bürgermeister Schaub für diesen tollen Tag und die damit gezeigte Anerkennung der ehrenamtlichen Arbeit!  


Be-und Entladevorgang am Gate


Blick unter einen Airbus A380


Dockingstations für die Lufthansa Kraniche


Fraport Feuerwache 3


Grossflugfeldlöschfahrzeug Z8


Front-und Dachwerfer des Z8


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